Hans von Thümmel

Hans von Thümmel

Julius Hans von Thümmel (* 25. Mai 1824 in Gotha; † 12. Februar 1895 in Dresden) war ein deutscher Verwaltungsjurist und Ministerialbeamter im Königreich Sachsen. Er war Finanzminister und Vorsitzender des Gesamtministeriums.

Leben

Thümmel war Sohn des Oberforstmeisters Ernst von Thümmel († 1838) und Enkel des Ministers Hans Wilhelm von Thümmel. Er immatrikulierte sich an der Universität Jena für Rechtswissenschaft und wurde 1845 im Corps Franconia Jena aktiv.[1] Als Inaktiver wechselte er an die Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg und die Universität Leipzig. Mit Konstantin von Wangenheim wurde er am 29. Juni 1847 vom CC des Corps Lusatia Leipzig als Ehrenmitglied alter Art recipiert.[1] Nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums trat er in den sächsischen Staatsjustizdienst. 1859 wurde er zum Vortragenden Rat und Abteilungsdirektor im Finanzministerium ernannt. In dieser Funktion war er an der Aushandlung und Unterzeichnung der Handels- und Zollverträge in den 1860er Jahren beteiligt. Mit dem Titel Geheimer Finanzrat war er ab 1867 Bevollmächtigter des Königreichs Sachsen zum Bundesrat des Norddeutschen Bundes. Am 17. März 1890 wurde er als Nachfolger von Léonçe von Könneritz zum sächsischen Finanzminister ernannt. Mit Wirkung zum 1. Januar 1892 übernahm er zudem die Nachfolge des verstorbenen Vorsitzenden des Gesamtministeriums Karl von Gerber. Beide Ämter hatte er bis zu seinem Tod im Februar 1895 inne. Er wurde auf dem Friedhof in Nöbdenitz beigesetzt.[2]

Ehrungen

Denkmal in der Dresdner Heide

Siehe auch

Literatur

  • Friedrich Stahler: Das Album des Hans von Thümmel Franconiae Jena, Lusatiae Leipzig. Ein Silhouettenstammbuch 1844–1848. Einst und Jetzt, Jahrbuch des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung, Bd. 22 (1977), S. 191–206.

Weblinks

Commons: Hans von Thümmel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Hans von Thümmel im Stadtwiki Dresden

Einzelnachweise

  1. a b Kösener Korpslisten 1910, 124/248; 149/367
  2. Todtenschau. Dresdner Geschichtsblätter, Nr. 3 (1895), S. 220.
Ministerpräsidenten von Sachsen

Königreich: Bernhard von Lindenau | Julius Traugott von Könneritz | Karl Braun | Gustav Friedrich Held | Ferdinand von Zschinsky | Friedrich Ferdinand von Beust | Johann Paul von Falkenstein | Richard von Friesen | Alfred von Fabrice | Karl von Gerber | Hans von Thümmel | Rudolf Schurig | Georg von Metzsch-Reichenbach | Konrad Wilhelm von Rüger | Victor Alexander von Otto | Max von Hausen | Heinrich Gustav Beck | Rudolf Heinze. Freistaat (I): Richard Lipinski | Georg Gradnauer | Wilhelm Buck | Erich Zeigner | Rudolf Heinze | Alfred Fellisch | Max Heldt | Wilhelm Bünger | Walther Schieck. NS-Zeit: Manfred von Killinger | Martin Mutschmann. Nachkriegszeit: Rudolf Friedrichs | Max Seydewitz. Freistaat (II): Kurt Biedenkopf | Georg Milbradt | Stanislaw Tillich | Michael Kretschmer.

Sächsische Finanzminister

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Sachsen in der NS-Zeit: Friedrich Johannes Kluge | Rudolf Kamps.

Sachsen in der SBZ/DDR: Gerhard Rohner | Carl Ulbricht | Wilhelm Adam.

Freistaat Sachsen: Georg Milbradt | Thomas de Maizière | Horst Metz | Stanislaw Tillich | Georg Unland | Matthias Haß | Hartmut Vorjohann.

Normdaten (Person): GND: 1034768255 (OGND, AKS) | VIAF: 303319799 | Wikipedia-Personensuche
Personendaten
NAME Thümmel, Hans von
ALTERNATIVNAMEN Thümmel, Julius Hans von (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG deutscher Verwaltungsjurist und Ministerialbeamter, Finanzminister und Ministerpräsident im Königreich Sachsen
GEBURTSDATUM 25. Mai 1824
GEBURTSORT Gotha
STERBEDATUM 12. Februar 1895
STERBEORT Dresden