Fritz Loetsch

Fritz Loetsch (* 19. Februar 1909 in Dresden; † 1. Februar 1987 in Reinbek)[1] war ein deutscher Forstwissenschaftler und Hochschullehrer.

Leben

Fritz Loetsch studierte an der Forstlichen Hochschule Tharandt Forstwissenschaften und wurde 1928 Mitglied des Corps Silvania Tharandt.[2] 1958 erhielt er noch das Band des Corps Arminia München.[3] Nach Abschluss des Studiums wurde Loetsch 1932 mit einem forstwissenschaftlichen Thema zum Dr.-Ing. der Technischen Hochschule Dresden promoviert, der die Forstliche Hochschule Tharandt seit 1929 angegliedert war. 1940 habilitierte er sich dort für Forstwissenschaften. Er wechselte an das 1939 von Tharandt nach Reinbek verlegte Institut für ausländische und koloniale Forstwirtschaft, das in den 1950er-Jahren in die Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft umgewandelt wurde, und wurde dort Professor. Sein Forschungsschwerpunkt war die Waldinventur. 1955 entwickelte er ein spezielles Verfahren einer Waldflächeninventur für den Kleinprivatwald im Kreis Prüm, das überwiegend auf Luftbilder gestützt war.[4] Praktische Anwendung fand das Verfahren bei einer Inventur der thailändischen Wälder, insbesondere der Teakbäume, im Zeitraum 1955 bis 1957 im Auftrag der Food and Agriculture Organization.[5]

Schriften

  • Die Gestaltsidee des forstlichen Einzelwirtschaftssystems und ihre Bedeutung für Wissenschaft und Praxis. Dissertation. 1932.
  • mit August Karl Hermann Krutzsch: Holzvorratsinventur und Leistungsprüfung der naturgemäßen Waldwirtschaft. 1938.
  • mit Hermann Krutzsch: Vielfache Stamminhalts- und Zuwachspotenztafel. 1938.
  • Beiträge zur Methodik der modernen Holzvorratsinventur. Habilitationsschrift. 1940.
  • mit Karl Koestner: Ich lerne Umgangsenglisch: Eine Lernhilfe und ein Nachschlagebuch für Fortgeschrittene; systematisch, nach Lebensgebieten geordneter Wortschatz. 1948.
  • Mai pen arai – In Siams Städten, Dschungeln und Bergen. 1959.
  • Report to the Government of Indonesia on Aspects of Forestry in Relation to the Rayon Plant Project in South Sumatra. 1960.
  • Die Waldinventur und ihre Bedeutung für Forstpolitik, Betriebswirtschaft und Waldbau. 1961.
  • mit Karl Eberhard Haller und Fritz Zöhrer: Forest Inventory: Statistics of forest inventory and information from aerial photographs. Band 1, 1964.
  • List Sampling Designs with Variable Probabilities for Large Area Forest Inventories. 1969.
  • Zwei Jahrzehnte Forschung auf dem Gebiet "Waldinventur" an der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft in Reinbek bei Hamburg. 1971.
  • mit Fitz Zöhrer: Methodik der Voluminierung und Beurteilung der Holzqualität bei Waldinventuren. 1973.

Einzelnachweise

  1. Heinrich Diedler: Forstakademie Tharandt: Geschichte des SC zu Tharandt und sein Verhältnis zu den benachbarten Seniorenconventen (Leipzig, Freiberg und Dresden). In: Einst und Jetzt. Bd. 59, 2014, S. 443.
  2. Kösener Corpslisten 1996, 155/148
  3. Kösener Corpslisten 1960, 103/910
  4. G. Hildebrandt: Anfänge der forstlichen Luftbildmessung und -Interpretation in Deutschland nach 1945. In: Photogrammetrie Fernerkundung Geoinformation. Jahrgang 2010, Heft 4, S. 235–242 (Digitalisat (Memento vom 4. Januar 2014 im Internet Archive))
  5. Fritz Loetsch: Mai pen arai - In Siams Städten, Dschungeln und Bergen. Hamburg/ Berlin 1959.
Normdaten (Person): GND: 1208777092 (OGND, AKS) | VIAF: 189298331 | Wikipedia-Personensuche | Letzte Überprüfung: 22. April 2020. GND-Namenseintrag: 106485903 (AKS)
Personendaten
NAME Loetsch, Fritz
KURZBESCHREIBUNG deutscher Forstwissenschaftler und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 19. Februar 1909
GEBURTSORT Dresden
STERBEDATUM 1. Februar 1987
STERBEORT Reinbek